Ego-Shooter doch böse?

Diesmal nehme ich mal wieder keinen Bezug auf aktuelle Pressemeldungen, sondern beziehe meine Gedankenanstöße von jemanden, der es eigentlich wissen sollte.. Einem Sozialarbeiter in einem sogenannten Problemkiez.

Ich formuliere mal ein Errinnerungszitat: „Ich weiß, da wirst Du wieder anderer Meinung sein, wo Du solange Computerfreak bist wie ich, aber wenn ich könnte so würde ich Egoshooter und andre Gewaltspiele sofort verbieten“ – Ich fühlte mich natürlich erstmal ertappt: Natürlich denke ich : wieder sone Scheiß Diskussion – Computerspiele als Sündenbock für alles Böse was unseren heranwachsenden Gesellschaftsmitgliedern wiederfährt.. Naja – Mal hören…

„Weißt Du was meine Jugendlichen machen, wenn sie sich prügeln gehen wollen? – Um ordentlich austeilen zu können brauchen sie Adrenalin im Blut – und das bekommen sie am besten indem sie die richtige Musik hören, nen Ego-Shooter spielen oder nen Horrorfilm gucken. Die regelmäßige Vorbereitung für Prügelleien. Wir reden über 14-18 Jährige, also diejenigen die körperlich dafür in Höchstform sind. Viele dieser Spiele sind ja ‚auf dem Index‘ und legal kaum zu beschaffen. Was man allerdings in jeder Zeitschrift bekommt sind die Demos zu den spielen. Diese sind auch alle nicht mit einem Mindestalter versehen, so dass sie vollkommen legal für die Jugendlichen zu beschaffen und zu benutzen sind. Die 2-3 vorhandenen Level sind vollkommen ausreichend um sich für den Kampf aufzuputschen. Wie sie ihre Opfer zu behandeln haben wissen sie aus den ganzen Filmen: Ein größerer Gegner sei mit einem Tritt in die Kniekehlen in eine gebeugte Stellung zu bringen um daraufhin das Gesicht attakieren zu können. Und Du glaubst nicht was die für Musik hören. Als wir vor 20 Jahren ICE-T oder BODYCOUNT hörten haben wir vielleicht 50% der Texte verstanden, insgesamt aber vielleicht grad mal 10%, weil wir die fremden Sprachsymbole kaum kannten – Heute hörst Du die ganzen Menschenverachtenden Text auf Deutsch – die kapiert dann auch der letzte Idiot“

„Die Kiddies sehen schlimmsten Filme schon in der Grundschule, zocken die realistischsten Shooter in zartester Kindheit. Ein 7 Jähriger ist noch garnicht in der Lage abzugrenzen ob er eine Fiction sieht, oder die Realität. Auf jedenfall lernt er frühzeitig, das der Bessere (Stärkere) gewinnt. Das ist Thema fast jedes Computerspiels“

Ehrlichgesagt.. Ich war ein bisschen sprachlos nach solchen Worten.. Muss ich ein schlechtes gewissen haben, wenn ich mal nen Shooter zocke? Ich spüre zwar ein gewissen Spaß- und Suchtfaktor an sowas – jedoch sind Aggressionen oder Adrenalinspiegel nicht unbedingt das, was ich dadurch verspüre. Ticken unsere Kinder so sehr viel anders?

Fakt ist auf jedenfall, dass uns Verbote kaum weiterbringen. Was verboten wird, wird nur noch reizvoller. Hilft also nur Überwachung? Hallo? Freunde? So bitte auch nicht. Aber wahrscheinlich wirds bald von unserem allseits beliebten Innenminister als Killerargumentation für irgendeine neue Sauerei aufgeführt.

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