Monatsarchiv: August 2008

Diagnosen schaffen Geld..

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/827884

Fehler der Gesundheitsreform lässt die waren Hintergründe unseres Gesundheitssystems durchblicken. Wie heißt doch der alte Spruch? – „Aus Scheiße Gold machen“ – Wir entwickeln uns wahrlich weiter – wir können das jetzt. Das Problem: Wir sind die Scheiße.
Im Krankenhaus ist schon ein Weilchen das DRG Sytem praktisch bedeutet dies auch schon, das das Krankenhaus Diagnosebezogene Bezahlung für Patienten erhält. Das bedeutet, dass ein Krankenhaus ein gesteigertes Interesse an vielen Diagnosen hat. Und so wird ein als Grenzwertig zu bezeichnender Blutdruck mal ganz schnell zu einem Arteriellen Hypertonus, dieser bekommt im Arztbrief nen ICD-10 Code zugewiesen, und mit dem wird dann abgerechnet. Um die Glaubwürdigkeit zu unterstreichen und Vorwürfe ärztlicher Behandlungsfehler abzuweisen wird natürlich noch ein entsprechendes Dauermedikament verordnet. Der Patient bringt mehr Geld ein, zukünftig nicht nur den Krankenhäusern sondern auch den Leistungsträgern. Von der Pharma-Lobby reden wir besser garnicht erst. Da kommt einen das folgende Relikt aus alter Zeit doch reghelrecht hinterweltlerisch vor, oder?

[Treibholz]

Hypokratischer Eid

Ich schwöre, Apollon, den Arzt, und Asklepios und Hygieia und Panakeia
und alle Götter und Göttinnen zu Zeugen anrufend, daß ich nach bestem
Vermögen und Urteil diesen Eid und diese Verpflichtung erfüllen werde:

Den, der mich diese Kunst lehrte, meinen Eltern gleich zu
achten, mit ihm den Lebensunterhalt zu teilen und ihn, wenn er Not
leidet, mit zu versorgen; seine Nachkommen meinen Brüdern
gleichzustellen und, wenn sie es wünschen, sie diese Kunst zu lehren
ohne Entgelt und ohne Vertrag; Ratschlag und Vorlesung und alle übrige
Belehrung meinen und meines Lehrers Söhnen mitzuteilen, wie auch den
Schülern, die nach ärztlichem Brauch durch den Vertrag gebunden und
durch den Eid verpflichtet sind, sonst aber niemandem.

Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der
Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil; ich werde sie bewahren vor
Schaden und willkürlichem Unrecht.

Ich werde niemandem, auch nicht auf eine Bitte hin, ein
tödliches Gift verabreichen oder auch nur dazu raten. Auch werde ich
nie einer Frau ein Abtreibungsmittel geben. Heilig und rein werde ich
mein Leben und meine Kunst bewahren. Auch werde ich den Blasenstein
nicht operieren, sondern es denen überlassen, deren Gewerbe dies ist.

Welche Häuser ich betreten werde, ich will zu Nutz und Frommen
der Kranken eintreten, mich enthalten jedes willkürlichen Unrechtes und
jeder anderen Schädigung, auch aller Werke der Wollust an den Leibern
von Frauen und Männern, Freien und Sklaven.

Was ich bei der Behandlung sehe oder höre oder auch außerhalb
der Behandlung im Leben der Menschen, werde ich, soweit man es nicht
ausplaudern darf, verschweigen und solches als ein Geheimnis
betrachten.

Wenn ich nun diesen Eid erfülle und nicht verletze, möge mir im
Leben und in der Kunst Erfolg zuteil werden und Ruhm bei allen Menschen
bis in ewige Zeiten; wenn ich ihn übertrete und meineidig werde, das
Gegenteil.

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Die Kunst und das Urheberrecht

Absolut lesenswert! Johannes Kreidler meldet 70200 Zitate, die er in seinem 33 sekündigen Musikstück verwendet hat, bei der GEMA an.

via www.kreidler-net.de, gulli

[anfy]

Todesstrafe für Internetpiraten

http://www.computerwoche.de/knowledge_center/web/1871243/

Noch ist diese Forderung nicht gelesen zu wesen, aber bei der Lobbyarbeit die da die letzten Jahre geleistet wird, sollte man der Fantasie keine Mauern mehr setzen.

Die Straftat lautet Piraterie.

Ich zitiere mal aus der allwissenden Müllhalde:

Bei Piraterie (von griechisch: πειραν peiran, eigentlich „wagen“, über peirátes und lat. pirata „Seeräuber“) oder Seeräuberei, auch Freibeuterei,
handelt es sich um Gewalttaten, Eigentumsdelikte oder
Freiheitsberaubungen, die zu eigennützigen Zwecken von einem See- oder
Luftfahrzeug aus auf Hoher See oder in anderen Gebieten verübt werden, die keiner staatlichen Gewalt unterliegen.

Unter „Internetpiraterie“ versteht man im allgemeinen wohl Urheberrechtsverletzungen. Dies sollte man klar von Gewalt, Eigentumsdelikten oder Freiheitsberaubungen abgrenzen. Internetpiraterie ist ein sehr unpassender, aber propagandistischer Begriff aus der großen finanzkräftigen Lobby der Rechteverwerter.
Ist es immernoch unsere Rechtsauffassung, das man Menschen die beim Filesharing „erwischt“ werden höchstmöglich bestraft werden müssen? Es scheint das Wohl Weniger wird dem Wohl Vieler übergeordnet. Wahrscheinlich weil es einfacher ist wenigen Leuten etwas zu geben als vielen. Wo bringt uns das hin? Zu Gefängnissen voller Kinder und Familien deren einziges Vergehen darin bestand zu konsumieren?
Dabei ist es doch das Konsumieren, was man in unserer westlichen Welt am besten lernt, was einem vorgelebt wird, was einem in den Medien ständig neu suggeriert wird, was überall umworben wird.
Es werden überall um einen herum durch massiven finanziellen Einsatz der Rechteverwerter Dinge beworben und Abhängigkeiten geschaffen.
Diese Abhängigkeiten übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der meisten Konsumenten und treiben diese in schwerste Kriminalität. Die Kriminellen klicken jetzt Bittorrent.
Analog dazu könnten sich Emi & Co auch an die Straße stellen und Heroin verticken. Wenn man in diesem Bereich ein bisschen mehr in Werbung investieren würde, wär das eine ware Goldgrube.. Illegal? Egal, gibt doch die Lobby. Was wir in Deutschland nicht durchbringen, kommt dann durch die europäische Hintertür.

Also Elektrischer Stuhl für Internetpiraten und Mehr Möglichkeiten für unsere geliebte Musikindustrie und ihre Schwestern und Brüder.

[Treibholz]

Datenhandel in Deutschland

http://www.tagesschau.de/inland/datenschutz104.html

Ein Musterbeispiel, was es für den Gesetzgeber noch alles zu tun gibt. Einer davon währe es, endlich dem Datenhandel einen Riegel vorzuschieben. Bisher ist es gem. §§28, 29 BDSG gestattet mit Daten zu handeln, die zum Beispiel aus allgemein zugänglichen Quellen stammen oder bei denen kein Grund zu der Annahme besteht, dass der Betroffene ein schutzwürdiges Interesse an dem Ausschluss der Erhebung, Speicherung oder Veränderung hat.

In der Praxis kursieren Listen mit personenbezogenen Daten inkl. der dazugehörigen Kontoverbindung. Besonders Call-Center haben sich in letzter Zeit hervorgetan und trotz ausdrücklicher Ablehnung des angerufenen, einen Vertrag ins Leben gerufen. Kein Problem – denn die Kontodaten sind ja bereits vorhanden und müssen nicht erst dem unfreiwilligen Kunden entlockt werden. Hinterher kann sich der Kunde wiederwillen mit unberechtigten Zahlungen und Inkassounternehmen herumärgern. [Datenschutz-Blog]

Ebenfalls interessant zu lesen ist die Stellungnahme des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD). Hier wird auch noch einmal deutlich, dass es bei den zuvor genannten Paragraphen vor allem um die „Übermittlung an Auskunfteien“ und das „Scoring“ geht und definitiv Nachbesserungsbedarf besteht. Das das Thema in den Fokus der Presse geraten ist, lässt hoffen, dass die Politik tatsächlich mal etwas dagegen tut. Am besten währe die ersatzlose Streichung der beiden Paragraphen.

via Datenschutz-Blog

[anfy]

Lästige Volkebegehren

Die Berliner Rot-Rote Regierung hat sich in den vergangenen Jahren für die direkte Demokratie stark gemacht, hat aber jetzt ein Problem mit den Folgen. Es ist aber auch gemein, wenn der Bürger plötzlich die Mittel, die ihnen an die Hand gegeben wurde, auch noch nutzt. So gab es ein Volksbegehren für eine Verbesserung der Kinderbetreuungssituation in Berlin. Leider ist das den berliner Abgeordneten zu teuer, weshalb sie dem Volkswillen nicht nachkommen möchte. Ein Volksbegehren gegen die Parkraumbewirtschaftung in Charlottenburg und ein weiteres in Mitte war hingegen erfolgreich. Leider ist der Volksentscheid weder lokal noch bundesweit bindend. Die Hamburger CDU fühle sich in der Vergangenheit durch Volksbegehren eher belästigt und machte entgegen des Volkswillen trotzdem, was sie wollte.

Wir deutsche sind es ja eigentlich gewohnt nicht gefragt oder von der Politik ignoriert zu werden. Eine bundesweite, direkte Demokratie würde sicher etwas Schwung in den Laden bringen. Man stelle sich nur einmal vor, die Bürger währen zur Einführung von Rechtschreibreform oder Euro befragt worden. Es besteht noch eine menge Lernbedarf seitens der Politk, was die noch junge direkte Demokratie in Deutschland anbleangt. Ich Empfehle den folgenden Link.

[anfy]

Arbeitslosigkeit und Lohndumping

Arbeitslos werden ist heute wie früher ein tiefer Eingriff in das Leben der Betroffenen. Trotz sinkendem Realeinkommen ist es bereits seit geraumer Zeit immer schwieriger einen Job zu finden, von dem sich auch leben lässt. Mit der Einführung von Hartz-IV unter dem Motto „Fordern und Fördern“ werden arbeitswillige Menschen ins Abseits gedrängt. Nicht nur der geringe Betrag, von dem sich gerade so leben lässt, führt zur gesellschaftlichen Ausgrenzung, auch der Umgang mit den Arbeitslosen wird seither immer ruppiger. Vom „Fordern und Fördern“, wie es von unserem ehemalig amtierenden Bundeskanzler Gerhard Schröder gepredigt wurde, bleibt nur noch das „Fordern“ übrig. Förderungen in Form von Weiterbildungen finden seit der Einführung des Bildungsgutscheins und dem Zusammenstreichen der Fördermittel immer weniger statt. Anstelle dessen etabliert sich ein enormes Engagement bei der Einsparung der für die Hartz-IV Empfänger lebensnotwenigen Gelder. Teils aus unwissenheit begangene Formfehler werden nicht selten mit mehrmonatigen Sperrfristen belegt. Der Entzug der zugesicherten Lebensgrundlage ist Menschenunwürdig, steht der Betroffene doch in einem Abhängigkeitsverhältnis. Einen Job abzulehnen, weil dieser aus gewissens- oder finanziellen Gründen nicht akzeptabel ist kann sich da niemand mehr leisten, ganz gleich wie arbeitswillig jemand eigentlich ist.

Besonders hart trifft es diejenigen, die einen Wohnraum unterhalten, der der Arbeitsagentur zu teuer ist – also über einen Betrag von 360 Euro (brutto warm) hinausgeht. Ein halbes Jahr hat der Hartz-IV Empfänger Zeit sich seiner Wurzeln zu entledigen und eine billigere Wohnung zu suchen. Die Berliner Arbeitsagentur handhabte dies nach dem Motto „Die Betroffenen sollen Arbeit und nicht eine neue Wohnung suchen“ etwas lockerer, womit es wohl aber ebenfalls bald vorbei sein wird.

Die Notlage wird dafür von der Wirtschaft leidlich ausgenutzt. Bestes Beispiel ist die Pin AG, die ihr gesamtes geschäftskonzept darauf aufbaut, das sie ihren Mitarbeiter so wenig bezahlt, dass der Staat das Einkommen aufstocken muss. Lohndumping ist heute normalität geworden. Von Menschwürde kann eigentlich nicht mehr die Rede sein, wenn jemand gezwungen wird, einen Job anzunehmen und trotzdem weiter von staatlichen Almosen abhängig ist. Einziger Gewinner ist die Wirtschaft, die zunehmend assozialer wird, weil diese vom Staat auch noch belohnt wird.

Leider ist das Verhältnis zwischen Arbeitsagentur und Arbeitssuchenden inzwischen völlig ruiniert. Am besten man hat mit denen von der Behörde so wenig wie möglich zu tun. Hilfe ist von dort ohnehin nicht zu erwarten. Kein Wunder, kümmert sich auch ein Arbeitsberater in Berlin im Durchschnitt um knapp 1000 Arbeitslose (2004 Arbeitsamt Berlin Mitte). Die Jobcenter sollten das richten, jedoch wird lieber im großen Stil mit 1-Euro-Jobs gearbeitet. Der Umgang mit den eigentlich noch neuen Instrumenten zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit wird eigentlich nur zum Nachteil der Betroffenen eingesetzt und beschleunigt die wachsende Arbeitslosigkeit. Warum noch jemanden für richtiges Geld beschäftigen, wenn man auch wenig bezahlen kann um so die Gewinne zu maximieren – natürlich zu Lasten der Steuerzahler.

Ein Mindestlohn für ALLE Berufsgruppen scheint dringender den je. Die Pin AG wird ihren Zustellern über kurz oder lang ordentliches Geld zahlen müssen, fallen die doch in den gewerkschaftlich organisierten Bereich und können sich einen an den Tarifvertrag angelehnten Lohn erkämpfen. Eine Lösung für alles ist der Mindestlohn sicher nicht, aber er würde die Misstände zunächst sicher schon einmal bessern. Das Fördern von Lohndumping, wie es bisher geschicht ist eine Abwärtsspirale, die langfristig nicht funktionieren kann.

[anfy]

Datenpanne im Vereinigten Königreich?

http://www.computerwoche.de/knowledge_center/security/1870857/

Da ist mal wieder eine der typischen Datenpannen von denen wir immer wieder lesen… allerdings muss ich sagen,.. im UK halte ich sowas nicht mehr für ne Datenpanne, sondern für alltägliche Praxis. Das ist doch das europäische Vorzeigeland für die Neudefinierung der Worte Privatsphäre und Datenschutz.

[Treibholz]