Lehman und die Kreditanstalt für Wertvernichtung (KfW)

Lehman Brothers, eine der größeren US-Investmentbanken sind Pleite. Am 10.09.2008 wurden noch 3,9 Milliarden USD Verlust für das dritte Quartal erwartet, am 15.09.2008 wurde dann die Insolvenz gem. Chapter  11 beantragt. Am 15.09, als bereits alle die offizielle Insolvenzmeldung erwarteten, dachte sich die staatliche Förderbank KfW, sie müsse unbedingt noch 300 Millionen Euro an Lehman überweisen. Bei einer Privatbank währs ja egal, aber leider ist die KfW eine staatliche Institution:

Das Kapital der Bankengruppe wird zu vier Fünfteln von der Bundesrepublik Deutschland und zu einem Fünftel von den Bundesländern gehalten. Für Verbindlichkeiten und Kredite der KfW haftet der Bund, also der Steuerzahler.


Lehman gehört wohl zur größten Pleite der US-Geschichte. Insgesamt sechs mal so groß wie die Worldcom- und zehn mal so groß wie die Enron-Pleite (via egghat). Natürlich sind die Auswirkungen auch bei uns in Deuschland spührbar, denn die deutsche Tochter Lehman Brothers Bankhaus AG ist ebenfalls betroffen. Der Schaden, den der deutsche Einlagensicherungsfond zu übernehmen hat, dürfte wohl der größte der Geschichte werden (via ftd.de). Genaue Zahlen gibt es scheinbar noch nicht, Lehman ist aber mit sechs Mrd Euro im Einlagensicherungsfond angeschlossen (via handelsblatt).

Interessant, wenn man sich das nächste Informationshäppchen anschaut, nach dem der deutsche Einlagensicherungsfond über Einlagen von rund 4,5 Milliarden Euro verfügt (die genaue Zahl halten die Banken geheim). Mit viel Glück langt das für die deutsche Lehman Tochter, wenn aber auch nur knapp (via faz.net).

Ist der Einlagensicherungsfond so schnell lehr, dürfte die vermeintliche Absicherung, die dem normalen Sparer angepriesen wird, auch ein mehr theoretischer Wert sein. Unter normalen Umständen langt so ein Betrag gerade einmal für eine mittelgroße Bank. Da wird einem von jeder Versicherung und von jeder Bank die Mitgliedschaft im Einlagensicherungsfond angepriesen, Wert scheint das aber bei größeren Wirtschaftskatastrophen keinen zu haben. Mit den Perspektiven macht Sparen doch richtig spaß – lohnt sich eh nicht. Durch sinkendes netto Realeinkommen und der üblichen Inflationsrate dürften die üblich Zinsen <5% ohnehin nur werterhaltend sein – wenn überhaupt.

Zuletzt möchte ich gern noch einen mp3-Link aus dem WDR2-Kabarett empfehlen. (hier)

[anfy]

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