Gleichberechtigung für Jungs

Jungs haben im Schnitt schlechtere Schulnoten, erreichen einen niedrigeren Schulabschluss und leidern häufiger unter Hyperaktivitätsstörungen als Mädchen. Als Grund wird die fehlende männliche Identifikationsperson zu Hause, in der Kita und Schule ausgemacht. (hier mehr)

Jungs sind unruhig, trotzig, aggressiv. Ist das männlich? Oder cool?
Allemal stören sie den Schulunterricht. Und damit bekommen sie
Probleme. Und die Schule bekommt Probleme mit den Jungs.

Ist das ein neuzeitliches Phänomän, oder hätte man dieser Aussage auch vor einigen Jahrzehten einen gewissen Wahrheitsgehalt zugebilligt?

Immer häufiger stößt man auf die Thematik und immer wird die Frauendominaz als Schuldig ausgemacht. Dabei sind Väter heutzutage viel mehr in die Erziehung eingebunden und Frauen in Schul- und Erziehungsberufen sind ebenfalls kein neuzeitliches Phänomän. Zwar mag es eine steigende Tendenz geben, als alleinschuldigen ist mir das aber zu einfach. Da werden verschiedene Gründe isoliert und die Gesamtheit des gesellschaftlichen Wandels kurzerhand ausgeblendet. Gefordert werden mehr Jungenförderprogramme, die als Gegenzug zu denen für Mädchen mit Sicherheit eine gute Idee sind, aber beseitigen wird das das Problem nicht.

Wo waren denn die Männer in der Vergangenheit, wenn es um die Erziehung ging? Doch vermehrt auf der Arbeit, um die Familie zu ernähren – abends vielleicht noch in der Gaststube. Erziehungsaufgaben werden von Vätern heute viel mehr wahrgenommen als noch vor fünfzig oder mehr jahren. Unterschiede von früher zu heute gibt es viele. Schnellebigkeit, technischer Fortschritt, Konsumgeilheit, steigende Perspektivlosigkeit sind einige Schlagworte denen eine menge Veränderungen zugeordnet werden können und vielleicht sind auch einige dabei, die sich eben auch, direkt oder indirekt, mehr negativ auf die Entwicklung von Jungs als auf Mädchen auswirken.

Was ich damit zum Ausdruck bringen will, ist das das herauspicken von einzelnen Gründen bei gesellschaftlichen Fehlentwicklungen nicht ausreicht um einen Sachverhalt zu erklären. Jeder Einzelfall ist anders gelagert und sowas kann nicht pauschal erfasst werden. Man verbindet Statistiken mit einem Sachverhalt und meint, man habe den Grund gefunden und dass sei der Weisheit letzter Schluss. Das ist er aber definitiv nicht!

[anfy]

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