Gewalt ist männlich

so sieht es jedenfalls die Polizei in Rheinland Pfalz. Die Aussage stützt sich natürlich auf eine hauseigene Statistik, nach der von 855 Tatverdächtigen 685 männlich gewesen seien.

Mit dem schlichten Zahlenwerk habe ich da auch gar keine Probleme – möge es jeder deuten, wie er mag. Die Aussage „Gewalt ist männlich“ daraus abzuleiten ist jedoch eine Diskriminierung aller erster Güte. Die statistischen Zahlen der Polizei Rheinland Pfalz zeigen zwar ein Verhältnis in der Geschlechterverteilung von ca. 1:4 auf, diese Zahl betrifft – rein sachlich – aber nur die Fälle, von der die Polizei kenntnis erhalten hat. Das Frauen anders Ticken als Männer und letztere aus Scham meistens auf Polizei und andere Öffentlichkeit verzichten, hat die Polizei wohl nicht bemerkt. Das bmfsfj formuliert den Sachverhalt in seiner Beschreibung zu einer Studie so:

…Es gibt so gut wie keine originäre Empirie noch eine
entsprechende Theoriebildung. Dies ist ein gesellschaftsstruktureller
Ausdruck der Tabuisierung der männlichen Gewalterfahrungen in den
männlichkeitsdominierten Verhältnissen.


Wenn etwas ein Tabu ist, liebe Polizei Trier, dann bedeutet das, dass ihr davon weniger kenntnis erlangen werdet, als wenn etwas kein Tabuthema ist! Ihr schadet den männlichen Opfern durch die Unterstützung derart undifferenzierter Aussagen und drückt das Thema damit in Folge noch weiter in die Tabuecke. Das der Medienfokus
schon seit langem fast NUR auf der Gewalt gegen Frauen liegt ist schlimm genug. Der umgekehrte Fall existiert in den Medien schlicht nicht, in der Realität schon.

Es ist also nicht so einfach eine Linie zwischen Gut und Böse, also in diesem Kontext zwischen männlich und weiblich zu ziehen. Auch wenn das Polizeipräsidium Trier das scheinbar gerne so sehen möchte.

[anfy]

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