Archiv der Kategorie: Wirtschaft

Staatsbankrott

Welche Länder eigentlich Pleite sind kann man einer Liste des CIA entnehmen.

Die Leistungsbilanz ist Teil der Zahlungsbilanz eines Staates. Sie umfasst die Handelsbilanz mit den exportierten und importierten Waren, der Dienstleistungsbilanz mit den Dienstleistungen aus Reiseverkehr, Transport- und Versicherungsleistungen und Kapitalerträgen, der Übertragungsbilanz mit den geleisteten und empfangenen privaten und öffentlichen Übertragungen (also Überweisungen) von ausländischen Arbeitnehmern in ihre Heimatländer, den Beiträgen an internationale Organisationen und die Entwicklungshilfe. Der Saldo der Leistungsbilanz stellt eine wichtige ökonomische Grösse zur Bewertung der Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft da.

Welches Land an der letzten Stelle steht und eigentlich völlig Pleite ist, kann man auch erraten, bevor man sich die Liste ansieht.

via Schall und Rauch

Vor dem Gesetz sind fast alle Menschen gleich

Manche Menschen sind vor dem Gesetz doch gleicher als andere. Da hat unser Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel 1,2 Mio an Steuergeldern hinterzogen und wird möglicher Weise auch für die Bespitzelung von Journalisten und Telekom-Aufsichtsräten für schuldig befunden, muß vermutlich aber trotzdem nicht hinter Gitter.

Im Falle einer doppelten Verurteilung käme der Manager eigentlich um eine Haftstrafe nicht herum. Doch in der nordrhein-westfälischen Justiz wird mit einer wenig bekannten Auslegung von Paragraf 56 des Strafgesetzbuchs geliebäugelt. Danach würde Zumwinkel eine hohe Geldstrafe zahlen, die in Gefängniszeit umgerechnet und von der Gesamtfreiheitsstrafe abgezogen würde. Dieser Strafrest wäre dann so gering, dass er zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Zumindest seien die Gerichte in vergleichbaren Verfahren zu ähnlichen Urteilen gekommen, hieß es in den Justizkreisen.

Man misst also mal wieder mit zweierlei Maß. Für die Wirtschaftliche Elite findet sich immer ein rechtliches Schlupfloch, das schlimmeres verhindert. Wir leben nicht in einem Rechtsstaat, sondern in einer Plutokratie – „eine Staatsform, in der die Herrschaft durch Vermögen legitimiert wird“ (wikipedia)

via ftd

[anfy]

Trend verpennt

Großkonzerne sind unflexibel und verpennen in Zeiten schneller Veränderungen schnell mal den Trend, ohne es zu merken, bevor es zu spät ist. Die Musikindustrie hat ihre Quittung ja bereits bekommen – kann sich aber noch immer nicht so richtig auf die neue, digitale Marktsituation einstellen. Die nächste Industrie, die alle Zeichen der Zeit komplett verschlafen hat, ist die Autoindustrie – allen voran General Motors. Die Verkaufszahlen sprechen für sich. 45% weniger Autos verkaufte GM im Oktober 2008 gegenüber dem Vorjahr. Auch bei den anderen Autobauern sieht es nicht besser aus. Einzig Audi und die BMW Marken MINI konnten sich noch halten bzw. zulegen. Daimler hat mit seinem Smart zumindestens in den USA noch ein gutes Geschäft machen können.

Abgezeichnet hat sich das schon lange. Die Leute wollen zunehmend ein Auto, das ein gutes Umweltgewissen verursacht und vor allem sparsam ist. Den Leuten geht schlicht und einfach das Geld aus, um teure, große Autos zu kaufen. Bemerken konnte man das schon 2001, als die deutschen Autobauer noch trompeteten, das ein serienmäßiger Rußpartikelfilter kein Verkaufsargument sei und Renault plötzlich durch einen Serienmäßigen Filter deutlich mehr Autos absetzen konnte. Da hätte man eigentlich schon mal erkennen können, das sich ein umweltfreundliches Sparmodell irgendwann mal bezahlt machen könne. Was nun so schwierig ist endlich ein neue Modell aufzulegen, das auch verkäuflich ist, erschließt sich mir nicht. Schließlich war sogar Greanpease 1996 in der Lage einen 3,3 Liter Twingo zu bauen – und die beschäftigen sich nun ansich wenig mit der praktischen Autoproduktion.

Eine schöne Tabelle, in der man recht gut ablesen kann, wie es um die Automobilbranche bestellt ist, gibt es hier.

[anfy]

Bitterböser Leserbrief…

…der scheinbar einfach nicht in der Versenkung der Zeit vergehen mag. Auch die StZ greift den Lesebrief noch einmal als eignenen Artikel auf: Ex-Richter geht mit seiner Zunft ins Gericht – und die schweigt

Der Leserbrief, um den es im StZ Artikel geht, ist von Frank Fahsel, Fellbach:

Konsequente Manipulation

Ich spreche Christiane Kohl meine Hochachtung dafuer aus, dass sie das zugrundeliegend Sujet (den „Sachsensumpf“) nicht vergessen hat. Ich war von 1973 bis 2004 Richter am Landgericht Stuttgart und habe in dieser Zeit ebenso unglaubliche wie unzaehlige, vom System organisierte Rechtsbrueche und Rechtsbeugungen erlebt, gegen die nicht anzukommen war/ist, weil sie systemkonform sind. Ich habe unzaehlige Richterinnen und Richter, Staatsanwaeltinnen und Staatsanwaelte erleben muessen, die man schlicht „kriminell“ nennen kann. Sie waren/sind aber sakrosankt, weil sie per Ordre de Mufti gehandelt haben oder vom System gedeckt wurden, um der Reputation willen. Natuerlich gehen auch Richter in den Puff, ich kenne in Stuttgart diverse, ebenso Staatsanwaelte.
In der Justiz gegen solche Kollegen vorzugehen, ist nicht moeglich, denn das System schuetzt sich vor einem Outing selbst – durch konsequente Manipulation. Wenn ich an meinen Beruf zurueckdenke (ich bin im
Ruhestand), dann ueberkommt mich ein tiefer Ekel vor ‚meinesgleichen‘.

Frank Fahsel, Fellbach

Wen wunderts, die Justiz ist ebenso korrupt, wie jedes andere Staatsorgan auch. Moral und Anstand ist nur etwas für den kleinen Bürger, damit der sich auch schön ordentlich benimmt und sich an die Regeln hält.

[anfy]

Angelas Rettungspaket

Das bin ich doch grad bei zenzizenzizenzic über dieses Bild gestolpert. Sehr netter Beitrag, der auch für die Menschen, die noch immer Euro in DM um rechnen, eine Summe parat hat. 0,977 Billionen DM umfasst das Rettungspaket, das inzwischen recht gut anklang bei den Banken findet. Aber wenn der Ackermann sagt, die Steuergelder seien bei den Banken „gut angelegt“, dann wollen wir das auch mal glauben.

via zenzizenzizenzic

[anfy]

Immobilienkriesen die Nächste

Nach dem es um den Immbolienpreisverfall in Spanien erstaunlich ruhig geworden ist, geht es nun in England weiter. Im Oktober sind die Hauspreise um 14,6% gefallen. Wenn das nichts ist.

via egghat

[anfy]

Bankvorstand mit weniger Geld

Steinbrück möchte den Bankmanagern das Gehalt kürzen, wenn die Bank die Hilfe vom Staat in Anspruch nehmen will. 500.000 Euro pro Jahr dürfen es maximal sein. Schöne Idee eigentlich, auch wenn 500.000 immer noch eine Summe ist, für die andere zehn und mehr Jahre arbeiten müssen. Leider regt sich wieder einmal massiver Widerstand. Zum einen geht das ja nicht, weil der Staat bestehende Verträge nicht einfach ändern kann und zum anderen bekommt man dann ja nur noch Manager zweiter Klasse. In Anbetracht der momentanen Situation frage ich mich allerdings, ob die Manager zweiter Klasse irgend etwas schlechter hätten machen können als jene, die sich zur Elite zählen. Der Manager, der es schafft eine Bank quasi gegen die Wand zu fahren und Steuergelder benötigt, der gehört gefeuert und nicht abgefunden oder weiterbeschäftigt. Eventuell könnte ich mir noch eine ehrenamtliche Weiterbeschäftigung vorstellen, um dem armen Manager die Chance einzuräumen sein versautes wieder zu richten.

Das ein Manager freiwillig auf sein Millionengehalt verzichtet seh ich nicht. Aus der Vergangenheit lässt sich da nur assoziales verhalten ableiten. Passen die Kurse nicht, hat noch kein Topmanager ein Problem gehabt, zwecks Gewinnmaximierung seine Mitarbeiter vor die Tür zu setzen. Früher war der Mitarbeiter einmal das Kapital des Unternehmens, heute nur noch Human Resource. Wen wundert es da, wenn man einen haufen unmotivierter Mitarbeiter hat, die eben ihren Job machen aber keine Loyalität zum Unternehmen mehr empfinden können. Motivierte Mitarbeiter schlagen sich aber leider nicht auf den Aktienkurs nieder.

[anfy]