Das Googlemonster

Wieso ist Google eigentlich ein Monster?

Weil es alles frißt was es bekommt und kein Mensch vermag zu sagen, was damit passiert.

Aber wenn etwas gefressen ist, dann ist es doch weg?

Ist
deine morgendliche Stulle etwa weg, nur weil Du sie gegessen hast?
Nein, sie verändert nur Aussehen, Form und Geruch und kommt wieder –
kannste drauf wetten.

Das ist mir zu abgefahren, was willst Du?

Na
Dir sagen, das Google ganz toll ist um über deine Mitmenschen was zu
erfahren, aber Deine Mitmenschen wissen das auch, und können es auch
genauso nutzen. Du bist also dank Google nicht der einzige allwissende.

Was soll denn Google schon über mich wissen?

Google
gibt dir ein Cookie – und obendrein gibt dir Google noch viele Gründe
Dich dort anzumelden (Also dem Cookie einen Namen und eine Mailadresse
zu geben)
Stell bei Deinem Browser mal ein, er soll jedes mal
nachfragen, wenn eine Webseite dir ein Cookie schenken möchte. Dann
wirst Du nämlich sofort ganz massiv genervt.

Cookie, Mail, Na und ?

Das
Cookie fragt Google beim nächsten Besuch wieder ab, daran erkennt es
Dich wieder! – Du hast nämlich ne Nummer bei Google. Jetzt kann Google
nämlich ne Liste machen von Dingen die Dich Interessieren (wonach Du
suchst). Jetzt wirds nämlich lustig: Jetzt fängt Google nämlich an mehr
zu wissen als Du selbst… Wer erinnerst sich schon an die Recherchen
von gestern? Guck mal:

Webprotokoll für abc@def.gh

26. Juni 2008
10:30
spacer
Gesucht nach einen wichtigen Beitrag
10:29
spacer
Gesucht nach PCinspector Data Recovery
10:29
spacer
Gesucht nach Good Manufacturing Practices Should -different
10:28
spacer
Gesucht nach Convert Celsius into Fahrenheit
10:26
spacer
Gesucht nach offers custom trade tools
10:26
spacer
Gesucht nach distance learning institution granting
10:26
spacer
Gesucht nach Anzeigen weiterer Ergebnisse vonactivera
10:25
spacer
Gesucht nach Houston wedding photographer specializin -promotional
10:25
spacer
Gesucht nach wenigen einfachen Schritten
10:24
spacer
Gesucht nach three part series -Waxes
10:24
spacer
Gesucht nach BROWSER THAT SUPPORTS FRAMES
10:23
spacer
Gesucht nach Betriebssyteme
10:23
spacer
Gesucht nach From electronic ambience
10:22
spacer
Gesucht nach Homepage english version
10:20
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Gesucht nach Gabriele Wohmanns neuem
10:20
spacer
Gesucht nach Sony Creative Software
10:19
spacer
Gesucht nach Pokemon fans around
10:18
spacer
Gesucht nach „Bradley Compact Block Guard“
10:18
spacer
Gesucht nach Communicating with Alien Civilizations
10:18
spacer
Gesucht nach foods have been recalled
10:18
spacer
Gesucht nach einfachen
10:17
spacer
Gesucht nach digital cameras based
10:17
spacer
Gesucht nach florida health insurance
10:16
spacer
Gesucht nach Suche nach Webseiten
10:16
spacer
Gesucht nach sterreicher essen gerne

Die
vielen Anfragen hier stammen aus meinem Account, ich hab nur nen
Browserplugin, was mehrmals in der Minute automatisch Google irgendwas
suchen lässt. Deswegen steht bei mir jede Menge „Mist“ drinnen. Ich
darf als Benutzer mein Google-Such-Protokoll übrigens einsehen. Der
erste Eintrag, den ich darin entdecke ist vom 2. Mai 2006.

Hui, dann kann jemand der Zugriff auf die Google Server hat also nachgucken, was Du die letzten 2 Jahre Gesucht hast?

Nunja,
nicht nur das – denn Google ist ja nicht nur ne Suchmaschine.. Google
bietet viele VERDAMMT GUTE Gründe um sich bei ihnen zu registrieren.
Onlinetools die richtig gut funktionieren und ihres gleichen suchen und
scheinbar sogar kostenlos sind.

z.B.:

  • Subscribed Links : Eine Lesezeichen / Favoritenverwaltung
  • Alerts : Mailbenachrichtung für neue Suchergebnisse auf bestimmte hinterlegte Stichworte
  • Google Mail :
    Eine Vorzeige-Email Anwendung – Klasse im Browser, Zugriff per Pop oder
    Imap, nahezu unbegrenzter Speicher – Viele klasse Features
  • Groups : Ne Gruppenverwaltung / Mailingliste
  • Igoogle : Die persönliche Nachrichtenseite
  • Kalender : Onlineterminverwaltung
  • Notebook : Onlinenotizzettel
  • Page Creator : Homepage Dienst mit Layoutfunktionen
  • Picasa Webalben : Online Fotodienst
  • Reader : RSS Feedverwaltung
  • Talk : Jabber (Chat / Instant Messaging)
  • Office : Tabellenkalkulation, Textverarbeitung und Präsentationen
  • Youtube : Videodienst
  • Maps : Stadtplan mit Kartenansicht und Satellitenfotos
  • Earth : Stadtplan in 3D Ansicht mit Satelittenfotos
  • Cache : Archivierte Webseiten
  • Orkut : Freundeportal
  • und ständig kommen neue Dienste hinzu…

Alle Dienste haben ein gemeinsames Killerfeature:
Sie sind von nahezu jedem Rechner der Zugang zum Internet hat nutzbar,
müssen nicht synchronisiert werden um überall dieselben Informationen
anzuzeigen, sind scheinbar kostenlos, zuverlässig verfügbar.
Und.. jeder Dienst hat ein verdammt gutes Gedächtnis, das scheinbar unerschöpflich ist.
Google erfährt also automatisch was uns interessiert und unsere persönlichen Vorlieben in jeder Beziehung (Subscribed Links, Alerts, Igoogle, Notebook, Reader, Youtube) lernt unsere Freunde kennen (Google Mail, Groups, Talk, Youtube, Orkut) , kann unsere Kommunikation untereinander mitlesen (Google Mail, Groups, Talk, Orkut), kennt unsere Arbeit (Office, Google Mail, Kalender), weiß wo wir wohnen und wohin wir reisen (Maps, Earth) und zu guter letzt archiviert es Dinge für unbestimmte Zeit, die wir schon lange versucht haben zu löschen (Cache). Diese Maßnahmen nennt man Profiling. Es werden Profile angelegt.

Was sind denn Profile?

Profile
sind jede Menge Daten die miteinander verknüpft werden. So kann man aus
o.g. Daten – wenn man sie verbindet versuchen sie mit
Charaktereigenschaften eines Menschen zu Verbinden. Also quasi einen
Menschen auf das reduzieren, was er im Internet beabsichtigt oder
unbeabsichtigt über sich Preis gibt. Genau in diesem Satz liegt das
Problem: Es kann zu massiven Fehlinterpretationen kommen, dadurch dass
die Informationen nur über das Internet ermittelt werden, das sie
heimlich erhoben werden, dass sie mit einer Person verknüpft werden,
obwohl deren Identität garnicht sichergestellt ist (wer auch immer
grade den Rechner benutzt, von dem Google glaubt Du wärst es. (oder
auch, wer auch immer grade Dein Cookie verwendet, oder Dein schwaches
und leicht zu erratendes Passwort benutzt)) . Das Ergebnis des
Profiling kann bestenfalls als verzerrtes Bild der Realität betrachtet
werden. Aber trotzdem neigt es dazu von manch einem Ernst genommen zu
werden. Somit neigen Profile auch dazu sie für Dinge wie
Rasterfahandungen zu verwenden.

Und der Cache?

Der
Cache ist eine tolle Erfindung.. Ein „einfacher Zwischenspeicher“ der
ursprünglich dafür sorgte bestimmte Vorgänge zu beschleunigen zeigt
sich unter Googles Fingern als einfaches Werkzeug um auf Seiten
zurückzugreifen, die entweder grade nicht erreichbar sind, oder auch
die garnicht mehr existieren. Oups? Google speichert Seiten, die es
vollautomatisch besucht hat nämlich genauso vollautomatisch ab (zum
daraus die Stichworte zu generieren für die Suchfunktion). Diese Seiten
sind abrufbar – und keiner kann so genau sagen wie lange.. Hoffen wir
mal, das keiner Mist über Dich schreibt! Google findet es garantiert.
Und wenn Google es kann, dann kann es auch Dein eventuell zukünftiger
Chef!

Aber Warum ist Google ein Monster, ich verstehs immer noch nicht?

Na jetzt liegt es doch schon auf der Hand. Jeder Datenschützer sagt: Die sichersten Daten sind jene, die nie erhoben worden.
Und Google macht genau das. Es verführt Dich dazu es zu benutzen, Dir
zu dienen, Google will Dir ein falscher Freund sein. In der
christlichen Kirche würde man Google als den Teufel bezeichnen, der Dir
soviel anbietet und doch nur seinen eigenen Nutzen daraus ziehen will.

Aber wer kann denn auf die ganzen Daten zugreifen?

Na auf jeden Fall der Larry ,
seine Freunde und wahrscheinlich jeder andere Mitarbeiter seiner
Aktiengesellschaft. Desweiteren natürlich all die findigen Köpfe die
Sicherheitslücken entdecken die es immer zu Genüge gibt (siehe auch
Thema: Datenpannen in diesem Blog)
und jeder der mal 2 Minuten
unbeobachtet an Deinem Rechner sitzt (usb-stick rein, cookie schnappen,
Usbstick raus). Desweiteren ein nicht defnierbarer Personenkreis, der
von den Übeltätern dieser Gesellschaft und deren Handlangern dazu
ermächtigt wird. (Siehe Themen: Schäuble, Vorratsdatenspeicherung,
Bundestrojaner, BKA-Gesetz).
Eigentlich macht Google alles, was sich unsere sogenannten Terroristenjäger so wünschen und mühsam legalisieren wollen. Deswegen ist Google ein Monster!

Welche Möglichkeiten der Monsterabwehr gibt es?

Das
Googlemonster läßt sich eigentlich leicht abwehren. Benutze keine
Dienste, die Google anbietet. Verwende alternativen. Am besten
Programme, die auch ohne das Internet funktionieren. Wenn das nicht
geht – Lege Dir keinen Account mit hinterlegter Mailadresse bei Google
zu. – Viele Dienste bleiben da leider nicht mehr übrig. Ausserdem:
Lösche konsequent Deine Cookies von Google oder lasse diese garnicht
erst zu. Vermeide die Nutzung von Javascript in Deinem Browser.
Vermeide Flashfilmchen (Youtube).
Es gibt ein paar kleine Tools, die Dich dabei unterstützen können:

Plugins f. Firefox: TrackMeNot, Cookiesafe, NoScript, Flashblock, Adblockplus
Ausserdem: Privoxy, Tor, Vidalia

Was ist das Problem mit Flashfilmchen?

Das
eigentliche Problem sind nicht die Filmchen, sondern der Luxus diese
gleich im Browser gucken zu können. Das ist nur dadurch möglich, das
ein kleines Programm gestartet wird (nämlich Flash) um die Filme zu
streamen. Dieses Programm speichert sein ganz privates Cookie ab,
jenseits der Kontrolle des Browsers. Also ein Cookie, das nicht einfach
verhindert oder gelöscht werden kann. An diesem Cookie kann eine
Webseite Dich auch wiedererkennen. Flash findet sich mittlerweile in
vielen Bereichen. Die Videoportale, Homepages (die die videos aus den
Portalen einbinden) Aber auch in der Werbung.. Die ganzen zappelnden
Banner auf Webseiten werden nach und nach ausgetauscht und sind immer
seltener harmlose animierte GIF-Bilder.

Überall kann ein kleines Googlemonster sein!

Google
ist ein Monster, das haben wir jetzt gelernt. Ein Monster, das sich von
den Daten die wir ihm schenken ernährt. Doch leider weiss niemand unter
welchem Namen es auftritt. Welche Website wird als nächstes von Google
übernommen oder welche Webseite hat ähnliches Potential?
Die Monster
haben viele Namen.. Stayfriends, StudiVZ, Facebook, Myspace, ICQ,
Skype, einfach alle Webdienste die vieles von Dir wissen wollen, oder
in Deine Internetaktivitäten regelmäßig eingebunden werden haben das
Potential ein Profil von Dir aufzubauen, über das Du keine Kontrolle
hast. Sei sparsam mit den Daten, die Du über Dich oder andere
preisgibst. Der Einfluss den Du in Zukunft darauf haben wirst ist
gering. Er wird Dinge über Dich aussagen die schlichtweg gelogen sind,
aber jeder glaubt es, weil es ja im Internet steht. Und wenn es nur
interessant genug ist, legt man vielleicht auch eines Tages einen
Artikel in der Wikipedia über Dich an und verweisst auf Deine Spuren im
Netz als Beweise gegen Dich.

Na dann.. Schönen Gruß von Treibholz

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3 Antworten zu “Das Googlemonster

  1. Sehr intressanter beitrag wie ich finde.
    Werd hier öfter mal vorbeischauen.
    Gruss ausm ruhrpott.

  2. Sehr wertvolle Informationen! Empfehlen!

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