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Todesstrafe für Internetpiraten

http://www.computerwoche.de/knowledge_center/web/1871243/

Noch ist diese Forderung nicht gelesen zu wesen, aber bei der Lobbyarbeit die da die letzten Jahre geleistet wird, sollte man der Fantasie keine Mauern mehr setzen.

Die Straftat lautet Piraterie.

Ich zitiere mal aus der allwissenden Müllhalde:

Bei Piraterie (von griechisch: πειραν peiran, eigentlich „wagen“, über peirátes und lat. pirata „Seeräuber“) oder Seeräuberei, auch Freibeuterei,
handelt es sich um Gewalttaten, Eigentumsdelikte oder
Freiheitsberaubungen, die zu eigennützigen Zwecken von einem See- oder
Luftfahrzeug aus auf Hoher See oder in anderen Gebieten verübt werden, die keiner staatlichen Gewalt unterliegen.

Unter „Internetpiraterie“ versteht man im allgemeinen wohl Urheberrechtsverletzungen. Dies sollte man klar von Gewalt, Eigentumsdelikten oder Freiheitsberaubungen abgrenzen. Internetpiraterie ist ein sehr unpassender, aber propagandistischer Begriff aus der großen finanzkräftigen Lobby der Rechteverwerter.
Ist es immernoch unsere Rechtsauffassung, das man Menschen die beim Filesharing „erwischt“ werden höchstmöglich bestraft werden müssen? Es scheint das Wohl Weniger wird dem Wohl Vieler übergeordnet. Wahrscheinlich weil es einfacher ist wenigen Leuten etwas zu geben als vielen. Wo bringt uns das hin? Zu Gefängnissen voller Kinder und Familien deren einziges Vergehen darin bestand zu konsumieren?
Dabei ist es doch das Konsumieren, was man in unserer westlichen Welt am besten lernt, was einem vorgelebt wird, was einem in den Medien ständig neu suggeriert wird, was überall umworben wird.
Es werden überall um einen herum durch massiven finanziellen Einsatz der Rechteverwerter Dinge beworben und Abhängigkeiten geschaffen.
Diese Abhängigkeiten übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der meisten Konsumenten und treiben diese in schwerste Kriminalität. Die Kriminellen klicken jetzt Bittorrent.
Analog dazu könnten sich Emi & Co auch an die Straße stellen und Heroin verticken. Wenn man in diesem Bereich ein bisschen mehr in Werbung investieren würde, wär das eine ware Goldgrube.. Illegal? Egal, gibt doch die Lobby. Was wir in Deutschland nicht durchbringen, kommt dann durch die europäische Hintertür.

Also Elektrischer Stuhl für Internetpiraten und Mehr Möglichkeiten für unsere geliebte Musikindustrie und ihre Schwestern und Brüder.

[Treibholz]

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DRM Enteignung

Lange Zeit hat sich die Unterhaltungscontent-Industrie gewundert, warum der DRM-Beschränkten Mist nicht weg geht, wie warme Semmeln und viele in der Vergangenheit lieber illegale downloads bevorzugten. Was technisch versierte schon vorher wussten, merkt nun auch der normale Kunde. Wird der DRM-Server abgeschaltet, kann die Musik oder der Film über kurz oder lang nicht mehr wiedergegeben werden. So nun schon mehrfach geschehen:

Film-Download-Portal in2movies ist am Ende
Microsoft schaltet DRM-Server ab

Gekaufte Musik oder Filme nicht mehr abspielen zu können, weil der Verkäufer seine Serverstruktur nicht mehr zur Verfügung stellen kann oder will kommt in diesem Fall einer Enteignung gleich. Vielleicht kapieren die endlich mal alle, dass DRM zum Verkaufen nix taugt! Den leuten ist euer beklopptes Uhrheberrecht egal, weil es in digitalem Zeitalter obsolet geworden ist. Da nutzt es auch nix, den größten Teil der Bevölkerung durch Urheberrechtsnovellen zu kiminalisieren.

Übrigens, lieber Staat, solltet ihr eure Aufgabe besser so verstehen, bestehende Moral und Praxis durch geltendes Recht zu stärken und nicht immer nur dem größten Geldtopf hinterherzuhecheln.

[anfy]

Die Beweismittelgenerierungsmaschine

Seit einigen Tagen ist die Beweismaschine online, mit der die berühmten Screenshots als Beweismittel gegen Filesharer kurzerhand generiert werden können und kaum ein technisch thematisiertes Blog oder Newsportal, das nicht davon berichtet. Was aber kann das Onlinetool, was man nicht leicht mit einer Grafikbearbeitungssoftware wie Gimp auch vorher anstellen konnte? Eigentlich nichts. Der eigentliche Hype um den Beweismittelgenerator begründet sich auf der Einfacheit, mit der solch ein Screenshot, der oft als einziger Beweis herhalten muss, erzeugt werden kann.

Kurzum, eigentlich sollte auch ohne Online-Tool jeder Staatsanwalt und jeder Richter wissen, dass Bilder im allgemeinen und Screenshots im speziellen sehr einfach zu modifizieren sind. Hatte man nicht auch früher bereits Möglichkeiten Bildmaterial zu modifizieren? Mit dem Computer kann das inzwischen jeder, der rudimentäre Kenntnisse in der Bedienung eines Grafikprogramms besitzt. So etwas sollte sich vielleicht mal in unserer Rechtsprechung herumsprechen!

[anfy]

[via titanic, via lawblog]

„Recht komisch“

gulli: Fähnchen dreh dich: Filesharer dürfen ermittelt werden, oder doch nicht?:

Das ist doch mittlerweile wieder eines der vielen Themen, über die man eigentlich gar nichts mehr lesen sollte..  Ist es nicht so, dass sich die Rechtsprechung in unserem Land so dermaßen häufig widerspricht, das jegliche innovationsfördernde Rechtssicherheit eigentlich vernichtet wird?
Landgericht hier, Landgericht da.. Da wir deutschen ja so auf „Sicherheit“ (zu diesem Thema empfehle ich mal den Chaosradio Express Podcast Nummer 46) abfahren, könnte der geneigte Verschwörungstheoretiker schon fast zu der Meinung kommen, dieser ganze Mist ist ne riesen Werbekampagne der Versicherer die ihren Rechtsschutz an den Mann bringen wollen..
Was soll man da eigentlich seinen Kind(ern) beibringen zum Thema Recht? Öh?